Dienstag, 29. Dezember 2020

Meine Lieblingssongs 2020

Was ein Jahr...ohne viel drumherum und in alphabetischer Reihenfolge - hier sind meine Lieblingssongs 2020:

Aesop Rock – Pizza Alley 

Aesop Rock ist zurück mit einem epischen Konzeptalbum und alleine die Single Pizza Alley führt uns auf einen wortgewaltigen, witzigen und vielseitigen (musikalischen) Drogen-Trip.

Boldy James – Scrape The Bowl / Mommy Dearest (A Eulogy)

Ich kannte Boldy James vor diesem Jahr nicht. Dann hat er 4 Alben veröffentlicht und war plötzlich (vollkommen zu Recht) überall. The Price of Tea in China ist ein düsteres, stimmungsvolles Meisterwerk, komplett produziert von Alchemist. Manger on McNichols ist eine jazzige Neu-Interpretation seines Debüt-Albums, ganz anders, aber ebenfalls ein Meisterwerk.

Braids – Young Buck

Braids machen einfach tolle Popmusik – fantastisch produziert, extrem durchdacht und doch emotional berührend und mitreißend.

Clipping. – Say The Name

Das zweite von Filmen inspirierte Horrorcore Rap-Album von clipping. ist deutlich eingängiger, aber ebenso eindrucksvoll produziert wie der Vorgänger und glänzt ebenso mit bestechenden Raps und Texten.

Conway The Machine – They GotSonny

Conway the Machine und Produzent Alchemist sind ein Dream Team. They Got Sonny klingt wie das ganze gemeinsame Projekt gleichzeitig mühelos und doch extrem fokussiert und kraftvoll.

Deftones – Ohms

Die Deftones haben es immer noch enorm drauf. Ohms ist vielleicht nicht bahnbrechend, mixt aber die Erfolgsformel der Band gekonnt neu zusammen, während Chino Moreno erneut beweist was für ein Ausnahmesänger er ist.

Emma Ruth Rundle, Thou – Out ofExistence

Was für eine unerwartete Kombination, die alle Erwartungen übertrifft. Doom Metal und Sludge trifft Post-Rock, Gothic und irgendwie auch Grunge, und vereint sich zu etwas, das total nach beiden Künstlern klingt, aber doch auch nach mehr als die Summe der Einzelteile.

Fiona Apple – I Want you to loveme

Ist Fiona Apple’s neues Album großartig? Sicher. Ist es auch gnadenlos überhyped? Wer weiß. Ich konnte nie 100% damit warm werden, aber I Want you to love me ist ganz großes Kino.

Idles – Grounds

Mit dem neuen Album begann bei Idles nach jahrelangen Lobeshymnen plötzlich ein Backlash bei Kritikern, den ich nicht so ganz verstehe. Ultra Mono ist vielleicht nicht ganz so stark wie die Vorgänger, aber ein Song wie Grounds glänzt ebenso mit Eingängigkeit, Spritzigkeit und extrem einprägsamen Textzeilen.

Kate Tempest – Unholy Elixir

Kate Tempest ist eine begnadete Dichterin und Schreiberin. Als Rapsongs funktioniert das aber für mich nicht immer. Bei Unholy Elixir aber kommt ihr Text und der düstere Beat perfekt zusammen.

Kehlani – Toxic

R&B auf allerhöchstem Niveau. Dank Kehlani’s Stimme und der dezenten Produktion klingen selbst ansonsten vielleicht lächerliche Textzeilen einfach richtig.

Lido Pimienta – Eso que tu haces

Die Mischung aus Synthpop und Lateinamerikanischen Einflüssen beherrscht Lido Pimienta mit traumwandlerischer Sicherheit.

Phoebe Bridgers – Kyoto

Wie kann ein Song gleichzeitig so wunderschön traurig und überschwänglich sein? Der Song funktioniert in der Original-Version mit voller Rockband und Bläsern und genauso mit einem Streichorchester in der Copycat Killer EP-Version. Was beide Versionen gemeinsam haben ist das begnadete Songwriting von Phoebe Bridgers und diese Stimme…

Protomartyr – Processed by TheBoys

Ein Song über Autoritarismus und Polizeigewalt nahm am Anfang des Jahres schon die wohl bedeutendsten Themen des Jahres vorweg. Und mit apokalyptischen Lyrics und düsterer Grundstimmung passte er ungewollt ebenso gut zu einem Jahr überschattet von der Pandemie: „When the ending comes, is it gonna run at us like a wild-eyed animal? A foreign disease washed upon the beach. A dagger plunged from out of the shadows“.

Record Setter – Sometimes

Record Setter vereinen das Beste aus Screamo und Pop-Punk zu einem explosiven Gemisch. Das klingt super frisch und lässt mich trotzdem nostalgisch werden. Toll!  

Rosalía – TKN (feat. Travis Scott)

Rosalía geht ihren Weg zum wohl verdienten Superstar weiter. Travis Scott ist auch dabei…

Run The Jewels – Walking in theSnow

Das vierte Album von Run The Jewels ist vielleicht ihr Bestes, zeigt Killer Mike und El-P in der Verfassung ihres Lebens und kam auch einfach in einem perfekten Moment der US-Geschichte. Die zwei sind nach wie vor meisterhafte Rapper, Produzenten und man gönnt dem Erfolg niemandem mehr.

Spiritworld – Armageddon Honkytonk & Saloon

Wer hätte gedacht, dass ein „satanisches“ Hardcore-Album so viel Spaß macht. Brutale und kompromisslose Musik irgendwo zwischen Hardcore und Metal.

Terrace Martin + Denzel Curry– Pig Feet (feat. Daylyt, G Perico, Kamasi Washington)

Ein explosiver Protestsong, wütender Rap trifft Jazz, auch nach dem hundertsten Mal hören noch Gänsehaut.

Waxahatchee – Lilacs

Ich habe das neue Waxahatchee-Album lange nicht angehört, da ich von den zwei Alben davor nicht soo begeistert war. Was ein Fehler! Saint Cloud ist mehr Americana und Country als erwartet und dabei voller einfach nur großartiger Songs.  

Montag, 6. Januar 2020

19 Lieblingssongs aus 2019



Manchmal fehlen einfach clevere Worte um einen Song ausreichend zu beschreiben oder zu erklären, was ihn so wunderschön macht. Auf dem Papier ist Cattails vielleicht nichts besonderes: Ein stampfender, altmodischer Folk Song – er stimmt nostalgisch, aber auch hoffnungsvoll und bleibt sofort im Ohr hängen. Am besten man hört ihn einfach immer wieder, statt sich den Kopf über eine angemessene Beschreibung zu machen...


Das Konzept hinter Holly Herndons neuem Album ist äußerst faszinierend. In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern und Musikern hat sie die künstliche Intelligenz „Spawn“ entwickelt und ihr mit verschiedensten Stimmen das Musikmachen beigebracht. Dass das ganze nicht nur in der Theorie spannend ist, sondern auch musikalisch zeigt das Highlight Frontier. Der Song kombiniert Herndons experimentelle elektronische Musik, Spawns De/Re-Konstruktion menschlichen Gesangs und den traditionellen Sacred Harp-Gesang zu einem zutiefst euphorisierenden Gesamtkunstwerk.


Danny Browns geradlinigstes Album bisher rückt sein Talent als Geschichtenerzähler und grandiosen Rapper in den Mittelpunkt. Dirty Laundry erfüllt Danny Browns Versprechen eines Stand-Up Comedy-Rap-Albums, aber es ist nie albern oder platt. Stattdessen ist es ein humorvoller, tiefgründiger Blick auf den Alltag voller Sätze, die lange im Gedächtnis bleiben.


Noise Musik mit ungewöhnlich melodischer Schlagseite. Die Kontraste sind es, die Street Sects Musik besonders spannend machen. Kalt und aggressiv aber doch auch eingängig und emotional. Und ein chaotischer Sound hinter dem sich fast schon poppige Melodien verbergen, wenn man genau hinhört.


Fast 10 Minuten abwechslungsreicher, atemloser Black Metal im weitesten Sinne. Dazu eine kritische Auseinandersetzung mit Amokläufen und der Waffenkultur in den USA. Ich kann kaum erwarten was die Band als nächstes macht!


Eine stimmungsvolle Horror-Kurzgeschichte verpackt in beeindruckende Raps und mächtige Synths. Die schnellen, rasiermesserscharfen Raps schleichen in die Gehörgänge, bis der Song plötzlich eindrucksvoll explodiert in einen Sound auf den viele Horrorfilme-Macher sicher neidisch wären.


Auch wenn es schon vielfach angepriesen wurde, bevor ich den Song zum ersten Mal gehört habe, bleibt die abrupte Explosion dieses Songs nach zwei Minuten melancholischem Vorspiel immer noch der aufregendste Musikmoment des Jahres für mich. Brutus vermischen die altbekannten Bausteine von Post-Rock und verschiedenen Metalbausteinen äußerst effektiv und haben mit Sängerin/Drummerin Stefanie Mannaerts ein beeindruckendes Alleinstellungsmerkmal.


Explosive, hypnotische Mischung aus Punk, Noise und Spoken Word. Die Lyrics sind genial und noch genialer vorgetragen. Sie ziehen in den Bann und lassen einen nicht mehr los, während der Song sich wild windet und immer weiter steigert.


Diese Mischung aus alles durchdringender, fast erdrückender Melancholie und einer ebenso tief gehenden Euphorie, die die beste elektronische Musik auszeichnet, macht HVOB zu so einer effektiven Band. Nach einem eher enttäuschenden Kollaborations-Album 2017, knüpft das neue Werk der Band wieder an diese Tradition an. Und Bloom war der perfekte Vorbote für das was kommen sollte, vor allem in Kombination mit diesem wunderschönen, erdrückenden Video.


Ein ganzes Orchester verhilft Angel Olsens gigantischer Stimme und Präsemnz zu noch mehr Power und wenn der Song richtig durch startet klingt es wie ein Sonnenaufgang nach langer Dunkelheit.


Idles hören einfach nicht auf damit wütende, witzige und unglaublich eingängige Punkhymnen zu schreiben. Gut so!


Nach einem überall gefeierten Album im letzten Jahr ist Rosalía 2019 nicht nur ein Kritikerliebling, sondern auch ein echter Popstar. Und wie Milionària eindrucksvoll zeigt, kann sie diese beiden Welten auch problemlos verbinden.


Sharon van Etten hat eine bemerkenswerte Entwicklung von den Anfängen verhuscht-trauriger Singer-Songwriter Musik zurück gelegt und ist auf Seventeen endgültig Rockstar und Rockröhre. Der Song erinnert stark an Bruce Springsteen und schwelgt in 80er-Nostalgie. Er klingt aber auch wie eine logische Weiterentwicklung von van Ettens Musik und setzt ihre umwerfende Stimme auf beeindruckende Weise in Szene und in den Mittelpunkt.


Eine Noise-Band macht ein Black Metal/Sludge-Album und heraus kommt doch nicht wirklich, das was man erwartet. Der Song Ghost Tropic etwa wandelt sich von einer doomigen Passage mit cleanem, düsterem Gesang zu etwas das klingt wie Noise Musik mit den Mitteln des Black Metal. Erschütternd und mitreißend.


Bei dem neuen Album von James Blake scheiden sich die Geister. Ein weiterer Geniestreich oder albern, kitschig und überfrachtet? Für mich funktionierte Blake schon immer am besten in kleinen Dosen und so bleibe ich bei Into the Red und den kleinen Momenten die auch nach 1000 mal hören noch umhauen. Hier ist es für mich vor allem diese kleine Klaviermelodie nach einer guten halben Minute, bei der für mich immer noch alles um mich herum stoppt zu existieren.


Metal + Hardcore + Entombed-Sound + Kurt Ballou-Produktion + Breakdown-Meisterklasse = das für mich unterhaltsamste und spannendste Stück harte Musik 2019 bisher.


Banks schreibt viele düstere, clevere Popsongs über gescheiterte Beziehungen. Doch Till Now klingt roher und spannender als die meisten. Jillian Banks Stimme versprüht Emotionen und ihre Stimme bricht wiederholt. Dazu ertrinkt der ganze Song langsam im Bass...schade, dass der Rest des Albums viel glatter ist...


Stoner Metal, Progressive Rock, Doom Metal? Von allem etwas und dann noch etwas alte Baroness und Pallbearer macht großartigen Metal.


Just Mustard werden als Shoegaze verkauft, aber October klingt viel zu bedrohlich und mächtig für mein Verständnis von dieser Musikrichtung. Mächtige Post Rock-Gitarren sind die Grundlage zu einem verdammt gigantischen Sound, während der Gesang von Katie Ball überall und nirgendwo zugleich zu sein scheint.

Montag, 31. Dezember 2018

2018: Meine Alben und Songs des Jahres


Alben:

1. Foxing – Nearer my God



Nearer My God ist ein emotionsgeladenes, dramatisches und sehr ambitioniertes Rock(?)-Album. Foxing füllen das Loch in meinem Musikherz, das Brand New hinterlassen haben, erinnern mich aber auch an die besten Emobands der 90er, Death Cab for Cutie oder Alt-J zu ihren besten Zeiten und sogar an U2.

Die Band ist Meister der Laut-Leise-Dynamik und zieht daraus auf fast jedem Song kathartische Momente zwischen Verzweiflung und Erfüllung. Doch neben diesen großen Dingen, sind es vor allem viele nachdenkliche, ruhige Momente, die Nearer My God so ergreifend machen.

Das Album ist so voller Ideen, Instrumente und Stilrichtungen, wirkt aber trotzdem immer wie ein absolut geschlossenes Stück Musik – oder eher wie eine große, tragische, moderne Oper.

Was Foxing so faszinierend macht, ist der Widerspruch in ihrer Musik. Thematisch und auch oft musikalisch klingen die Songs äußerst persönlich, nach einer absoluten Herzangelegenheit. Trotzdem schreit jede dieser Hymnen danach von einem großen Publikum , einer großen Arena gehört zu werden. Sie verlangen danach im Radio und überall auf der Welt gespielt zu werden und sind doch irgendwie viel zu schade dafür. Große Musik, die man gleichzeitig jedem empfehlen und doch irgendwie egoistisch für sich behalten will...

Highlights sind eigentlich alle Songs; vom explosiven, grandiosen Opener Grand Paradise zum explosiven, grandiosen Finale Lambert.

2. Young Fathers – Cocoa Sugar

Ich kannte Young Fathers vor diesem Album nur als Mercury Prize Träger und eine überall gehypte Hip Hop Band. Gehört habe ich sie aus irgendeinem Grund aber nie. Als ich dann Cocoa Sugar erstmals hörte, war ich zuerst verwirrt. Das was die Band macht, klingt nur im entferntesten nach Hip Hop. Und es klang viel zu schräg und nicht kategorisierbar für eine Hypeband.

Young Fathers vermischen Hip Hop-Elemente mit Soul, RnB, Funk, Post Punk und Indie Rock zu einem absolut hypnotischen Gesamtkunstwerk. Die Songs sind sehr eingängig, entziehen sich aber auch typischen Popstrukturen, springen immer wieder wild zwischen Genres hin- und her oder vermischen sie gleich gekonnt. Immer wenn man denkt die Band als Hörer durchschaut zu haben, verändern sie plötzlich alles und lassen verwirrt aber glücklich zurück.

Und gerade diese Schwierigkeit Young Fathers angemessen zu beschreiben, macht sie zu so einer tollen Band und Cocoa Sugar zu einem so süchtig machenden Hörerlebnis. Es gibt einfach nichts, das so ähnlich klingt.

Highlights sind die melancholische, zwingend tanzbare Hymne In My View; das schräg-knatschige Turn, das mit einem Refrain versehen ist, der wie ein wunderbarer Sonnenaufgang klingt; und die intensive rekonstruierte Kirchenhymne Tremolo.

3. Daughters – You Won't Get what you want

Daughters haben als unterhaltsame, aber für mich nicht besonders einprägsame Grind/Mathcoreband angefangen, dann vor acht Jahren einen Quantensprung mit ihrem selbst betitelten Album gemacht und sich prompt aufgelöst. Auf dem damaligen Album vermischte die Band ihren alten Sound mit Noise Rock und loteten äußerst erfolgreich aus, wie chaotisch, technisch und hässlich Musik sein kann, ohne dabei an Eingängigkeit und Charme einzubüßen.

You Won't Get what you want knüpft daran trotz der langen Pause nahtlos an und legt auch mühelos ein paar Schippen auf. Der Noiserock ist prominenter auf dem neuen Album und insgesamt ist alles irgendwie viel mächtiger. Vor allem aber meistern Daughters die Kunst der „hässlichen“ Musik. Damit ist nicht gemeint, dass hier irgendwas nicht gut wäre – im Gegenteil. Die Musik ist nur einfach so furchterregend, kompromisslos und unangenehm, dass man kaum von Hörgenuss sprechen könnte, wenn es nicht einfach so gut wäre.

Die Songs werden dominiert von repetitiven, sich windenden Melodien und einer alles erdrückenden Mischung aus Dissonanz und Schwere. Sänger Alexis Marshall benutzt seine cleane Stimme wie ein Zirkusdirektor aus der Hölle und ist damit faszinierender als die meisten Sänger aus dem Metalbereich. Er schafft es immer wieder dem Hörer Schauer über den Rücken zu jagen. Der Rest der Band wirkt so eingespielt, dass die lange Pause kaum zu glauben ist. Und der Sound der Band ist mittlerweile die perfekte Vertonung der düstersten Impulse des Menschen.

Highlights sind das unruhige, immer kurz vor der Explosion zu stehende Satain in the Wait und der durchgeknallte, vom Wahnsinn zerfressende Closer Guest House.

4. Idles – Joy as an Act of Resistance

Auf dem monumentalen zweiten Album von Idles schafft es die Band mühelos ganz verschiedene Arten von Punkstilen zu meistern ohne dabei gekünstelt oder bruchstückhaft zu klingen. Sie sind politisch und persönlich, todernst und unheimlich witzig. Und sie machen leichte, tanzbare Musik und sind dann doch wieder bombastisch, heavy und unglaublich intensiv.

Der Opener Colossus ist all das zugleich, eigentlich zwei (fantastische) Songs in einem und nacheinander, und mit fast 6 Minuten bewundernswert ambitioniert. Er zeigt auch die Marschrichtung auf diesem Album von einer Band, die unheimlich selbstsicher und gekonnt unzählige Ideen zu fantastischen Songs zusammen setzt. Intelligent und niemals gewollt hinterfragen Idles dabei klischeehafte Männerbilder, setzen sich für Toleranz und gegen Faschismus ein und verbinden perfekt das politische mit dem persönlichen. Joy as an Act of Resistance ist sicher kein einfaches oder poppiges Album, es macht aber seinem Namen alle Ehre und vergisst niemals Spaß zu machen.

Highlights sind das erdrückend-überwältigende Colossus, die Toleranz-Hymne Danny Nedelko; das schmerzhaft-intensive, todtraurige June; das zum mit grölen und -tanzen zwingende Great.

5. The Armed – Only Love

Am Anfang fand ich das zweite Album von The Armed anstrengend und auch irgendwie langweilig. Nur aufgrund der Lobeshymnen überall habe ich es weiter versucht. Zum Glück. Denn anstrengend ist die Musik auch nach unzähligen Hördurchgängen noch, aber wenn man sich nicht von der Komplexität und überfordernden Manie der atemlosen Songs abschrecken lässt, offenbart sich ein kleines Meisterwerk des Lärms.

Die Songs sind pfeilschnell, laut und ändern offenbar immer wieder die Marschrichtung. Songs winden sich, offenbaren immer wieder plötzlich unerwartet schöne Melodien, eingängige Momente, nur um dann wieder dem Lärm zu frönen. Manchmal wirkt es als ob die Band testet, wie fordernd, technisch und überfordernd sie sein kann, ohne dabei ihre ganz eigene Art von Pop zu zelebrieren. Dabei schafft sie immer wieder großartige Songs, die zwischen fünf Genres springen, wie nichts sonst auf der Welt klingen und trotzdem irgendwie schlüssig und wie aus einem Guss sind.

Highlights sind das punkige Parody Warning, das klingt wie fünf Songs auf einmal gespielt und doch irgendwie ein mitreißender Hit bleibt; das epische Luxury Themes, das auf absurd gekonnte Weise gleichzeitig explosiv, nachdenklich, poppig und vollkommen durchgeknallt klingt; und Heavily Lined, das den Moshpit in die Irrenanstalt verlagert.

6. Fiddlehead – Springtime and Blind

Der Sänger der fantastischen Hardcaore-Band Have Heart macht hier melodischen Post-Hardcore, der auf Albumlänge äußerst ergreifend den Tod seines Vaters und die Trauer der Hinterbliebenen verarbeitet.

7. Lucy Dacus – Historian

Lucy Dacus macht nachdenkliche, intime Folk/Indie-Musik, aber auf Historian ist sie auch ein richtiger Rockstar. Ihre Songs dehnen sich von kleinen Popsongs zu großen Epen aus und ihre warme, samtige Stimme schaltet Dacus mühelos in den vollen Rockstar-Modus um.

8. Boygenius – EP

Drei enorm talentierte Musikerinnen (Lucy Dacus, Julien Baker und Phoebe Bridgers) tun sich zusammen und machen Magie. Jede der drei dominiert verschiedene Songs auf der viel zu kurzen EP, aber zusammen klingt es auch anders, neu und großartig.


9. Mouse on the Keys – Tres

Tres ist bemerkenswert. Es ist in Teilen ein gekonnter Jazz/Post-Rock/Math Rock Hybrid. Mit der Hilfe fantastischer Gastmusiker/Sänger schafft die Band aber auch enorm bewegende, wunderschöne Stücke zwischen Soul, Pop und Trip Hop.

10. The Good, The Bad and the Zugly – Misanthropical House

Nicht vom bescheuerten Bandnamen abschrecken lassen. Für mich eines der bersten „In your Face“-Punkalben seit Ewigkeiten. Fies, hart, aber immer eingängig.


Songs:

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1. Young Fathers – In My View (Hip Hop?): Nicht wirklich Rap, RnB oder Pop und doch alles davon. Super eingängig und trotzdem total schräg und nicht zu kategorisieren. Und ein kleiner intimer Song, der doch irgendwie eine große Hymne ist. Dieser Widersprüche, die Young Fathers hier so gut vereinbaren, machen In My View zu meinem Song des Jahres.

2. Daughters – Guest House (Noise): Daughters Comeback-Album klingt wie die Vertonung eines besonders furchterregenden Horrorfilms. Und der letzte Song dann wie das atemlose Finale eines nicht endenden wollenden Psychothrillers – furchterregend und kathartisches Hörerlebnis zugleich.

3. Idles – Colossus (Punk): Die erste Single und der Opener des diesjährigen Idles-Albums ist ein zweiteiliges, fast sechsminütiges Monstrum, das fast mehr nach Doom als nach Punk Rock klingt, sich kritisch mit den Vorstellungen von Männlichkeit auseinander setzt und dabei ganz leicht Erwartungen übertrifft und aus den Angeln hebt.

4. Foxing – Slapstick (Indie Rock): Slapstick ist ein sich langsam steigernder, dramatischer, aufwühlender Rocksong irgendwo zwischen Death Cab for Cutie, Brand New und U2. Ein mitreißendes Meisterwerk der Laut-Leise-Dynamik, das trotz seiner etwas kryptischen Natur absolut berührt.

5. Boygenius – Salt in the Wound (Indie Rock): Drei fantastische, äußerst intensive Musikerinnen machen einen gigantischen, enorm intensiven Rocksong miteinander. Absolut beeindruckend.

6. Let's Eat Grandma – Falling Into Me (Indie Pop/Electro): Prog Rock, experimentelle Dance Musik, hymnischer Pop und ein grandioses Finale mit Saxophon packen Let's Eat Grandma in diesen fast siebenminütigen, aber trotzdem extrem kurzweiligen Hit.

7. Brockhampton – San Marcos (Hip Hop): Brockhampton werden als eine der größten Raphoffnungen der letzten Zeit gefeiert und bezeichnen sich selbst als Boyband. Album-Highlight San Marcos hat von beidem etwas, aber auch nachdenkliche Melodien, eine gute Portion Soul und zu guter Letzt einen absolut euphorisierenden Chor der eindrücklich meine Songzeile des Jahres wiederholt: „I want more out of Life than this“.

8. A Perfect Circle – So Long, and thanks for all the fish (Prog Rock): Das neue Album von A Perfect Cirlce konnte die unmöglichen Erwartungen sicher nicht erfüllen und ist insgesamt auch nicht besonders einprägsam. Doch dieser Song ist zwar das vielleicht poppigste, was die Band je gemacht hat, aber auch so wunderbar dramatisch, melancholisch und leider auch ein sehr passender Soundtrack für das politische Jahr 2018.

9. Anna von Hauswolff – The Mysterious Vanishing of Electra (Art Pop/DooM Metal): Auf ihrem neuen Album wandelt sich Anna von Hauswollf endgültig vom Orgelwunderkind zu einer beeindruckenden Songwriterin. Auf Vanishing bewegt sie sich irgendwo zwischen Doom Metal, Swans-Anbetung und Psychedlic Rock – mit einer guten Portion gesanglichem Wahnsinn.

10. Mouse on the Keys – Stars Down (feat. Dominique Fils-Aimé) (Jazz/Post-Rock): Mouse on the Keys sind eigentlich eher für abgefahrener Musik zwischen Jazz, Post-Rock und Math Rock bekannt. Doch gemeinsam mit der Sängerin Dominique Fils-Aimé haben sie eines der schönsten Stücke des Jahres geschrieben.


11. Whomadewho – Neighbourhood (Indie Rock): Neighbourhood ist Sexmusik für nachdenkliche Außerirdische oder Clubmusik für introvertierte Träumer.

12. The Good, The Bad and The Zugly – International Asshole (Punk): International Asshole ist rotzig, fies und einfach ein perfekter Punksong zum sofortigen mit grölen.

13. Emma Ruth Rundle – Fever Dreams (Post Rock/Indie Rock): Emma Ruth Rundle verbindet majestätischen Post-Rock mit zutiefst persönlicher und berührender Musik. Ihre Stimme macht das ganze dann noch viel mehr zu etwas besonderem, wie auf der gewaltigen letzten Minute von Fever Dreams.

14. Earl Sweatshirt – The Mint (feat. Navy Blue) (Hip Hop): Earl Sweatshirts Reaktion auf den zunehmenden Hype? Ein jazziges, fast unzugängliches Album auf dem das introspektive, depressive The Mint das nächste zu einem Hit ist. Großartig, wenn man sich darauf einlässt.

15. Pusha T – If You Know You Know (Hip Hop): Pusha T bekam die meiste Aufmerksamkeit dieses Jahr wegen der Kayne West-Produktion auf seinem Album und dem öffentlichen Beef mit Superstar Drake. Doch auch ohne das ganze Drama bleibt seine Musik 2018 absolut souveräner und meisterhafter Rap.

16. Petite Noir – Blame Fire (Art Pop): Ein sehr persönlicher Song über das Leben als Migrant könnte man praktisch auch zum Soundtrack dieses Jahres erklären.

17. Cupcakke – Crayons (Hip Hop): Crayons ist eine Hymne für die LGBT-Gemeinde und eines von vielen Highlights auf einem von zwei(!) sehr guten Cupcakke-Alben in diesem Jahr.

18. Lucy Dacus – Timefighter (Indie Rock): Timefighter ist ein bluesiger, gitarrenlastiger Rocksong, der sich lange Zeit lässt und immer weiter steigert. Getragen wird er von Lucy Dacus' hoch aufragender Stimme.

19. The Armed - Parody Warning (Hardcore): Wie verstörend, heavy, anstrengend, undurchdringlich und verrückt kann ein Song sein ohne dabei seine Eingängigkeit und Poppigkeit zu verlieren? Parody Warning ist ein beeindruckendes Beispiel...

20- Cult Leader – I Am Healed (Metalcore): Es gibt ein paar nicht ganz glückliche Experimente auf dem neuen Album von Cult Leader, die es davon abhalten wirklich großartig zu sein. Aber vielleicht liegt es auch nur daran, dass Opener I Am Healed die Messlatte für wirklich monströsen, bombastischen Metalcore 2018 so absurd hoch anlegt.


21. Shame – Dust on Trial (Post-Punk): Dust on Trial hat mehr Bombast, Bedrohlichkeit und schweißtreibende Energie inne als viele Post-Punk Bands in ihrer ganzen Karriere.

22. Soap & Skin – Heal (Art Pop): Die erste Single des neuen Soap & Skin-Albums ist ein monumentales, lebensbejahendes und zum weinen schönes Wunder.

23. Spielbergs – Distant Star (Rock): Spielbergs aus Oslo machen energetische, schweißtreibende Rockmusik in Richtung Japandroids und haben mit Distant Star eine der besten Hymnen des Jahres geschrieben.

24. Vince Staples – Get the Fuck Off My Dick (Hip Hop): Sein neueres „Sommeralbum“ hat die größere Aufmerksamkeit bekommen, aber dieser Non-Album Track aus dem März ist noch besser. Düster, hypnotisch und einfach so souverän: Vince Staples bleibt einer der besten und aufregendsten Rapper der letzten Jahre.

25. Kids See Ghosts – Reborn (Hip Hop): Kayne West hat sich dieses Jahr vor allem durch empörende Aussagen und Ansichten, sowie ein zutiefst vergessenswertes Soloalbum hervor getan, während Kid Cudi zuvor von Kritikern zunehmend verrissen wurde. Das gemeinsame Projekt kam absolut unerwartet und erscheint immer noch unrealistisch großartig.

26. The Soft Moon – Crimninal (Post-Punk): Es mag komisch klingen, ist aber absolut als Kompliment gemeint. Criminal ist einer der besten Nine Inch Nails-Songs der letzten zehn Jahre – Mindestens.

27. Harikiri for the Sky – Stillborn (Black Metal/Post-Rock): Andere Bands bekommen den Ganzen Hype ab, aber ich bleibe da lieber bei Harikiri for the Sky, wenn es um melodischen, melancholischen, extrem vielseitigen Metal geht, der mit Mühe und Not noch als Black Metal bezeichnet werden könnte.

28. The 1975 – Sincerity is Scary (Pop): 1975 polarisieren extrem. Doch Sincerity is Scary ist einfach ein kitschiger, aber so verdammt eingängiger und sympathischer Popsong – egal, ob das alles ernst gemeint oder dreifach ironisch gebrochen ist.

29. The Body – Nothing Stirs (Noise/Doom Metal): The Body machen gruselige, verstörende Musik zwischen Noise und Doom, doch die uneingeschränkte Hauptrolle auf Nothing Stirs gehört Kristin Hayter, die selbst unter dem Namen Lingua Ignota Musik macht und hier ab Minute 2 den Song vollkommen dominiert´.

30. Fiddlehead – Lay Low (Post-Hardcore/Indie Rock): Fiddlehead bestehen aus Mitgliedern von Heave Heart und Basement und machen Musik zwischen Post-Hardcore und Indie Rock, die eher an Zweitere erinnern. Sänger Patrick Flynn ist kaum wieder zu erkennen aus seiner Zeit bei Have Heart, aber ebenso großartig und intensiv auf diesem Werk auf dem er den Tod seines Vaters verarbeitet.

Sonntag, 3. Dezember 2017

Meine 100 Lieblings-Songs 2017

1. Brockhampton - Junky (Hip Hop): Junky sollte eigentlich nicht so gut funktioren. Der erste Verse von Kevin Abstract ist mehr oder weniger Beat-los, aber absolutes Feuer und ein lyrisches Glanzstück. Er rappt über das Schwulsein ("Why you always rap about being gay?" - "Because not enough niggas rap and be gay") und es ist wichtig und regt zum nachdenken an, aber es ist auch einfach ein explosiver Rap. Der eigentliche Beat, der erst danach einsetzt(!), schafft es den Rest des Songs fast auf das gleiche Niveau zu heben. Und das obwohl die Mitglieder von Brockhampton so unterschiedliche Themen, Rap-Stile und Persönlichkeiten haben.

2. Mount Eerie - Soria Maria (Folk): Auf Soria Maria zeichnet Phil Elvrum seinen Lebensweg von der Kindheit hin zu einer selbst gewählten Isolation in Norwegen. Und dann aus der Isolation hin zu seiner zukünftigen Frau und wahren Heimat Geneviève Gosselin. Elvrum verweilt nur kurz im gemeinsamen Glück, aber er findet die perfekten Worte. Dann geht der Song unbarmherzig weiter und erzählt von Gosselins Krankheit und Tod. Am Ende ist Elvrum wieder in der Isolation und Ungewissheit: "I'm an arrow - mid-air..." Ein minimalistisches, berührendes, brutales Liebes- und Trauerlied, das 2017 vollkommen ohnegleichen ist.

3. Torres - Three Futures (Indie Rock/ Art Pop): Song und Album klingen oft wie (verdammt gute) St. Vincent-Verehrung. Aber Torres bringt neben ihrer großen Persönlichkeit und Songwriting-Talent auch eine Intensität mit, die Annie Clark nie hatte...und auf dem Titelsong dieses überirdische Riff, das mich bis in meine Träume verfolgt. Es ist ein ebenso zärtlicher wie kraftstrotzendes Liebeslied auf eine gescheiterte Beziehung, durchzogen von einer greifbaren Melancholie.

4. Big Thief - Mary (Folk): Adrianne Lenker hat Mary für eine gute Freundin gleichen Namens geschrieben und es ist so voller Zärtlichkeit, Bewunderung und Wärme, das es fast weh tut.

5. Flume - Hyperreal (feat KUČKA) (Electronic): Der letzte Song aus Flumes' Skin Album-Zyklus ist meiner Meinung nach auch der Beste. KUČKA holt mit ihrer ätherischen, unheimlichen Präsenz das Beste aus Flumes' Songs heraus und er ist sowieso am besten, wenn er seine Popsensibilitäten so lange verbiegt, verzerrt und malträtiert bis sie gerade eben noch eingängig sind.

6. Rope Sect - Fallen Nation (Death Rock/ Post-Punk): Fallen Nation ist ein seltsames, aufregendes Biest. Der verwaschene Sound und drückende Gesang erinnern an Post-Punk oder sogar Gothic, aber da ist da noch dieses simple, aber gigantische Riff, das den Song praktisch wider Willen zu einer Metal Hymne macht.

7. Priests - jj (Punk): jj fügt der seltsam großartigen Punk-Surf Rock Mischung von Priests eine vorher nie da gewesene Eingängigkeit hinzu, aber auch unerwartet viel Gefühl . Und die sich überschlagende Stimme von Katie Alice Greer ist mit mein liebster Musikmoment 2017.

8. Protomartyr - Half Sister (Post-Punk): Half Sister ist eine düstere Meditation über die Welt im Jahr 2017. Es gibt keine Wahrheit, Magie oder Güte mehr. Joe Caseys fantastischer Text verpackt diese Botschaft in poetische, zutiefst eindrucksvolle Kurzgeschichten mit endlosem Wiederhör-Wert.

9. Charlotte Gainsbourg - Deadly Valentine (Synth Pop) Deadly Valentine ist ein großes, eingängiges und gefühlvolles Synth Pop-Meisterwerk!

10. Jessica Lea Mayfield - Meadow (Indie Rock/Folk/Grunge): Die seltsame Mischung aus melancholischem Folk, resignierten Grunge und kraftvoller Gitarrenmusik macht Meadow zu einem absolut großen Rocksong.

11. Diet Cig - Sixteen (Pop Punk/Indie Rock): Sixteen ist ein charmanter, eingängiger Pop Punk oder Indie Rock-Song. Es ist ein persönlicher, aber auch allgemeingültiger Song über jugendlichen Herzschmerz und Beziehungsdrama. Aber es ist auch ein cleverer und kraftvoller Song über Misogynie und Feminismus. Das ist die Magie von Diet Cig!

12. Quicksand - Cosmonauts (Post-Hardcore): Cosmonauts klingt so verdammt nach den 90ern, aber trotzdem so modern und eigenständig. Ein kleines Wunder, dass eine Band nach 22 Jahren Pause noch Songs schreiben kann, die gleichzeitig nostalgisch machen und absolut in den Bann ziehen.

13. Kelela - LMK (R&B): LMK ist eine Verbeugung vor klassischem R&B und gleichzeitig ein frisches, modernes R&B-Meisterwerk. Ein zukünftiger Klassiker, der vor Selbstbewusstsein, Leidenschaft und Sinnlichkeit strotzt.

14. Julie Byrne - Sleepwalker (Folk): Der "schönste" Song des Jahres!  Seit Lisa Hannigan hat mich keine Stimme mehr so in ihren Bann gezogen. Auch bei Byrne verbirgt sich hinter der offenkundigen Schönheit eine ursprüngliche Qualität, die eine hypnotische Wirkung ausstrahlt.

15. Gordi - Heaven I Know (Indie Pop): Heaven I Know erinnert mit seinen unzähligen Schichten, Ideen und Effekten schon deutlich an Bon Iver. Ebenso die großen, sich langsamen steigernden Gefühle. Doch Gordi bringt ihre tolle Stimme und unglaubliche Kreativität mit um eine Piano-Ballade und eine schräge Electro-Nummer zu einem bombastischen, überwältigenden Gänsehaut-Song zusammen zu mischen.

16. Kesha - Praying (Pop): Zurück aus jahrelanger Zwangspause wirft Kesha das $-Dollarzeichenim Namen, Autotune-Effekte und Partyimage über Board und lässt ihrer Stimme freien Lauf auf einer beeindruckenden und persönlichen Power-Ballade und deutlichen Abrechnung mit Ex-Produzent Dr. Luke. Eine der angenehmsten Überraschungen des Jahres.  

17. Kendrick Lamar - DNA. (Hip Hop): Ich habe es bis heute nicht geschafft die gleiche Begeisterung für Kendricks neues Album zu zeigen, wie der Rest der Welt. Was nicht heißen soll, dass ich es schlecht finde. DNA. etwa ist ein Rap-Monster in zwei Teilen, das die Konkurrenz absolut blass aussehen lässt.

18. Clean Bandit - I Miss You (feat. Julia Michaels) (Pop): Wir haben das alles schon 1 Millionen Mal gehört, aber Julia Michaels ist so eine meisterhafte Songwriterin, die schon so viele Popsongs geschrieben hat, die ich liebe, obwohl der Musik-Snob in meinem Hinterkopf schreit, ich müsste es hassen.

19. Charli XCX - Lipgloss (feat. Cupkakke) (Pop/Hip Hop): Der Song ist ebenso zuckersüß wie schmutzig. Charli singt eigentlich nur eine simple, bescheuerte Hook, aber bleibt damit für immer im Ohr. Und dann ist da noch Cupkakke, die alles gibt und dabei rappt, dass vielen gestandenen Rappern die Röte ins Gesicht steigt.

20. Hundred Waters - Fingers (Electronic)

21. Zugezogen Maskulin - Teenage Werwolf (Hip Hop)
22. Sorority Noise - Disappeared (Emo/ Punk)
23. Metz - Mess of Wires (Noise Rock)
24. Fever Ray - Wanna Sip (Eletronic/ Electro Pop)
25. Selena Gomez - Bad Liar (Pop)
26. Forest Swords - Vandalism (Ambient/ Electronic)
27. Lorde - Supercut (Pop)
28. Cloud Nothings - Modern Act (Indie Rock)
29. Queens Of The Stone Age - Feet Don't Fail Me (Stoner Rock)
30. St. Vincent - Slow Dance (Art Pop)

31. Mutoid Man - War Moans (Metal/ Stoner Rock)
32. Allison Crutchfield - Charlie (Indie Pop)
33. Vince Staples - SAMO (Hip Hop)
34. Sylvan Esso - Kick Jump Twist (Electro Pop)
35. Love A - Unkraut (Punk Rock)
36. Integrity - Blood Sermon (Metallic Hardcore)
37. Cardi B - Bodak Yellow (Hip Hop)
38. The Afghan Whigs - Into the Floor (Alternative Rock)
39. Idles - Mother (Punk)


40. Hurray for the Riff Raff - Hungry Ghost (Folk/Blues Rock)
41. Open City - Honest as a Sunday Morning (Hardcore)
42. LCD Soundsystem - Other Voices (Dance/ Electronic/ Indie Pop)
43. Princess Nokia - G.O.A.T. (Hip Hop)
44. Julia Michaels - Issues (Pop)
45. Ben Frost - Ionia (Ambient/Electronic/Noise)
46. Perfume Genius - Otherside (Art Pop)
47. Vernon Jane - Fuck Me (Rock/ Punk)
48. Oneohtrix Point Never- The Pure and The Damned (feat. Iggy Pop) (Ambient/ Electronic/ Spoken Word)
49. Julien Baker - Appointments (Folk/ Indie)

50. NE-HI – The Times I’m Not There (Feat. Jamila Woods)(Garage Rock/ R&B)
51. Harakiri for the Sky - Tomb Omnia (Black Metal/ Progressive Rock)
52. Arca - Piel (Electronic/ Art Pop)
53. Father John Misty - Things It Would Be Helpful To Know Before The Revolution (Folk/ Indie Pop)
54. Carly Rae Jepsen - Cut to the Feeling (Pop)
55. Vagabon - Fear & Force (Indie Rock)
56. The Staves - Tired as Fuck (Folk)
57. Zola Jesus - Soak (Goth/ Art Pop/ Electronic)
58. Lana Del Rey - Love (Pop)
59. Royal Thunder - April Showers (Stoner Rock/ Doom/ Blues Rock)

60. Jay Som - The Bus Song (Dream Pop/ Indie)
61. Miya Folick - Give it to Me (Indie Rock/ Pop)
62. Future - Mask Off Remix (feat. Kendrick Lamar)(Hip Hop)
63. Alice Glass - Without Love (Electro Pop)
64. Amenra - A Solitary Reign (Sludge/ Post-Metal)
65. Sampha - Plastic 100% (Soul/ R&B)
66. The Menzingers - After The Party (Melodic Hardcore)
67. Snow Tha Product - I Dont Wanna Leave Remix (Hip Hop)
68. Pallbearer - Thorns (Doom Metal)
69. Chelsea Wolfe - 16 Psyche (Doom/Folk)

70. Hamilton Leithauser - Heartstruck - Wild Hunger  (feat. Angel Olsen)(Indie Rock/Pop)
71. Neufundland - Eiskugel (Indie Pop/ Rock)
72. The National - Nobody Else Will Be There (Indie Rock)
73. Krallice - Titan Loüm (Black/Death Metal)
74. Purity Ring - Asido (Electro Pop)
75. Broken Social Scene - Protest Song (Indie Rock / Art Pop)
76. Sza - Prom (R&B)
77. Wolves In The Throne Room - Born from The Serpent's Eye (Black Metal)
78. The War on Drugs - Holding On (Indie Rock)
79. The XX - Dangerous (Electronic/ Dance/ R&B)

80. Sufjan Stevens -- Wallowa Lake Monster (Art Pop)
81. Converge - I Can Tell You About Pain (Metallic Hardcore)
82. Wolf Alice - Don't Delete the Kisses (Indie Rock)
83. Armand Hammer - Dead Money (Hip Hop)
84. Syd- Know (R&B)
85. Paramore - Hard Times (Pop)
86. The Soft Moon - Burn (Post-Punk)
87. All Pigs Must Die - Hostage Animal (Metallic Hardcore)
88. Spoon - Hot Thoughts (Indie Rock)
89. Strand Of Oaks - Rest Of It (Indie Rock)

90. Waxahatchee - Never Been Rong (Indie Rock/ Folk)
91. Rainer Maria - Lower Worlds (Emo/ Indie Rock)
92. Xiu Xiu - Jenny Gogo (Synth Pop/ Noise Pop)
93. The Huntress and Holder of Hands - Severed Soul  (Foilk/ Art Rock)
94. Gisbert zu Knyphausen - Sonnige Grüße aus Khao Lak, Thailand (Indie Pop)
95. Sannhet - Indigo Illusion (Instrumental Meta/Rock)
96. Cashmere Cat - Europa Pools (feat. Kacy Hill) (Electronic/ Electro Pop/ Dance)
97. Jessie Ware - Alone (R&B)
98. Japanese Breakfast - Road Head (Indie Rock/ Dream Pop)
99. N.E.R.D. - Lemon (feat. Rihanna) (Hip Hop)
100. King Gizzard & The Lizard Wizard - Crumbling Castles (Psych/ Garage Rock)

Playlists (ohne Metal & incl. Metal):